Der Wochentipp Last Name

Eine Stadtaufnahme

Last Name
Warum sind eigentlich fast alle Straßen in Wien nach Männern benannt? Sind Frauen ohne Raum im öffentlichen Raum? Elke Krasny und Cynthia Schwertsik haben sich mit Texten und Fotografien auf die Suche nach weiblichen Spuren in der Stadt begeben.

Lesend und schauend durch die Stadt gehend, sind es – nach wie vor – die Namen von Männern, die Straßen, Plätzen und Denkmälern ihren Namen geben; es sind Spuren einer männlichen Geschichtsschreibung und Erinnerungs-Kultur, die den offiziellen öffentlichen Raum prägen. Auf den zweiten Blick jedoch, wenn das Auge dafür geschärft ist, dann sind sie schon präsent im öffentlichen Raum, die weiblichen Namen. Als Vornamen sind sie als Namen von Geschäften über den ganzen Raum der Stadt vereilt, ob Doris Moden oder Erikas Fußpflege, ob Viktorias Café oder Hermis Weinstube … Frauennamen, Frauenvornamen tauchen auf, durchziehen die Straßen, nehmen sich ihren Platz in der Öffentlichkeit und erzählen eine andere Geschichte des öffentlichen Raums.
Hier setzt das Projekt „Last Name“ an. Nicht mit einem Nachnamen (dem Namen des Vaters oder dem Namen des Ehemanns) setzen Frauen auf ökonomische Präsenz im öffentlichen Raum, sondern mit ihrem Vornamen.

Dias und Texte fangen die Namen ein, in den Projektionen taucht der öffentliche Raum der Stadt auf, in den Texten die mögliche gelebte weibliche Geschichte als Geschichte des privaten Raums, die den öffentlichen streift, berührt, mitbestimmt und mitgestaltet. Die Ausstellung von Elke Krasny und Cynthia Schwertsik ist bis 13. November im ega Frauenzentrum zu sehen.

Eine schöne Woche wünscht
Eure StadtSpionin

ega:frauen im zentrum, Windmühlgasse 26, 1060 Wien. Bis 13. November. Mo - Do von 16:00 bis 24:00 Uhr. Eintritt frei. [ Web ]


 

die stadtspionin