Der Wochentipp


brut: Über Füllemehr als genug

Über Fülle
Das fängt ja gut an! brut beginnt das Jahr 2010 mit einem Themenschwerpunkt, der im Zeichen der Opulenz und des Exzesses steht. Mit dabei: Doris Uhlich, im Feuilleton gerne als „korpulente Tänzerin“ bezeichnet, die sich in einer radikalen Performance mit Schönheitsidealen auseinandersetzt.

Die Barockzeit mit ihrem Drang zur Fülle bildet gleich bei mehreren Performances den Ausgangspunkt für eine Auseinandersetzung mit den Themen Fleisch und Opulenz. Gestartet wird Über Fülle mit einer Produktion von Nicole Beutler: Zusammen mit 5 TänzerInnen, einer Popsängerin und einem Countertenor erkundet die Choreografin in einer Zeitreise die Welt des Barock.
Danach wird Doris Uhlich zur Talkmasterin: In "mehr als genug" fragt sie sich und ihre Gäste, wie der Körper zum Markenzeichen wird und was das bedeutet. Die Choreografin und Performerin, selbst „von stabiler weiblicher Figur“, setzt sich in ihrer Performance mit Schönheitsidealen und dem Körper auseinander. Wer ist schön, wer nicht? Und was ist das für ein seltsames Phänomen unserer Zeit, dass man individuell sein, aber trotzdem nicht aus der Reihe tanzen will?
Oleg Soulimenko bringt in Walking Chakras eine esoterikinspirierte Massenbewegung auf die Bühne und Milli Bitterli thematisiert in "the mystery box", wie man eine überwältigende Fülle an Ideen reduziert. Den Abschluss bildet der britische Dandy Sebastian Horsley: Selbst ein Fleisch gewordenes Plädoyer für den Exzess gibt er eine Lektion in Sachen Überfluss. Geht es nach ihm, kann man nie genug Drogen, Sex oder auch Stil haben.

Eine schöne Woche wünscht
Eure StadtSpionin

brut, Karlsplatz 5, 1010 Wien. 12.1. bis 27.1. Alle Vorstellungen 13 €, S. Horsley 5 €.
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