Tuchintarsien in Europa von 1500 bis heute
Textiles StückwerkDie Vorliebe der StadtSpionin für Stoffe und Muster dürfte mittlerweile bekannt sein. Im Volkskundemuseum ist seit Donnerstag eine Ausstellung zu sehen, die diese Leidenschaft aufs wunderbarste befriedigt: exquisite Textilien, die zwischen 1500 und heute in Intarsienarbeit gefertigt wurden.
Stolze Reiter, seltsame Charaktere, zarte Blüten, wilde Tiere und fromme Geschichten – zusammen bilden sie einen beeindruckenden und abenteuerlich barocken Bilderkosmos. Viele dieser Motive mögen aus heutiger Sicht ein bisschen ungewöhnlich wirken, gleichzeitig jedoch geben sie die Möglichkeit, Szenarien der europäischen Geschichte nachzuspüren, Königs- und Adelshäusern, sowie historischen Persönlichkeiten zu begegnen, in religiöse Bilderwelten einzutauchen und den handwerklichen Stolz, der allen textilen Objekten immanent ist, nachzuerleben.
Die ausgestellten textilen Objekte sind großartige Dokumente des ornamentalen Designs, von denen einige sogar den Einfluss textiler Techniken aus Asien erkennen lassen. Die gemeinsame Besonderheit der in der Ausstellung präsentierten Textilien besteht in ihrer aufwändigen Grundtechnik – nämlich der Intarsienarbeit, im angelsächsischen Raum „inlaid patchwork“ genannt.
Die Ausstellung, in der die Hälfte der 70 Originalexponate zum ersten Mal in der Öffentlichkeit zu sehen ist, basiert auf einem groß angelegten Forschungsprojekt, das vom Museum Europäischer Kulturen der Staatlichen Museen in Berlin initiiert wurde. Resultat des Projekts ist eine spannende Schau, die erstmalig Auskunft gibt über die Herkunft, die Herstellung, die Verwendung und die Produzenten dieser textilen Objekte. Eine exquisite Auswahl großer und kleiner dekorativer Behänge und Decken dokumentiert ihre Vielfalt an Themen, Motiven und Bildern, wie sie in den verschiedenen europäischen Regionen zwischen dem 15. und dem 20. Jahrhundert produziert wurden. Parallel zur Austellung gibt es ein vielfältiges Rahmenprogramm.
Eine schöne Woche wünscht
Eure StadtSpionin
Österreichisches Museum für Volkskunde, Gartenpalais Schönborn, Laudongasse 15-19, 1080 Wien.
2. Oktober 2009 bis 14. März 2010 Di – So 10:00 bis 17:00 Uhr. [ Web ]
(Foto oben + Startseite:Ursel Arndt, Stückwerk Berlin)
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