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Der Wochentipp


Die StadtSpionin  Wochentipp Reaktor

Kunst im "Reaktor"

Gschwandner neu

Das Grand Etablissement im 17. Bezirk war um die Jahrhundertwende DIE Vergnügungsstätte Wiens schlechthin. Nach der Schließung 1960 folgten Jahrzehnte des Stillstands. 2016 kaufte Filmproduzent Bernhard Kammel das einstige Kulturjuwel, sanierte es und nannte es „Reaktor“. Weil es hier ab sofort wieder künstlerisch strahlen soll. Eröffnung am 25.10.!


Das Gschwandner hat in der Tat eine wilde Geschichte hinter sich. Zu Glanzzeiten fungierte es unter anderem als Nobel-Heuriger, Kino-Treff, Austragungsort für Konzerte, opulente Wäschermädel- & Fiakerbälle, illustre Damenboxkämpfe und politische Versammlungen. Doch nach der Schließung 1960 verlor der einstige Hotspot der Wiener Hautevolee von Jahr zu Jahr mehr an Glanz, wurde nur noch als Lager genutzt, lag überhaupt ganz brach oder kam, wie zuletzt in den Nuller-Jahren, notdürftig geflickt, als Raum für Popup-Designermärkte und -Ausstellungen zum Handkuss. Doch mit 25. Oktober 2017 soll sich das nachhaltig ändern. Zwar wird das „Reaktor“ diesen Herbst immer noch fremdbespielt (das Reaktor-Eigenprogramm startet mit Jänner 2018), doch die Räumlichkeiten sind fürs erste saniert, die Böden neu, Technik, Heizung und Sanitäranlagen entsprechend aufgepimpt, sodass es jetzt endlich losgehen kann mit dem Kunst- und Kulturprogramm.

Den Start macht am 25.10. um 19.30 Uhr „Reconsil #1“, der ersten Teil eines 3teiligen klassischen Konzertzyklus, den das gleichnamige Ensemble ins Leben gerufen hat. Im Rahmen eines internationalen Wettbewerbs wurden die spannendsten Werke zeitgenössischer KomponistInnen aus der ganzen Welt gesucht - und gefunden! Die musikalischen Sieger-Arrangements sind am 25.10, 21.11. und 12.12. zu hören. (Tickets je 14 €).

Zweiter Oktober-Termin: das Festival „The Future of Demonstration“ – eine auf zwei Jahre angelegte Kunstreihe, bei der sich internationale Künstlerinnen, Wissenschaftler und Theoretikerinnen über mögliche Zukunftsszenarien Gedanken machen. Ganz allgemein geht’s um die Auswirkungen der zunehmenden Digitalisierung & Automatisierung auf die Kunst, Gesellschaft und Umwelt. Aber ganz konkret behandelt die erste (von 5 Lectures bis 11.11.) am 31.10. um 20:00 Uhr das Thema „Forensic Architecture“. Das diesbezügliche Institut am Goldsmith College in London hat sich mit der Architektur in Kriegsgebieten wie Israel und Palästina befasst, genau wie mit den Auswirkungen der Kriegsführung auf Menschen, Land, Gebäude und Infrastruktur.

Auch die Folge-Lectures und -Performances klingen vielversprechend, solange man sich nicht von den unnötig verkopften Programmbeschreibungen abschrecken lässt ;-) (Tickets 10 €/Lecture).


Eine strahlende Woche
wünscht Euch die StadtSpionin

Reaktor, Geblergasse 40, 1170 Wien. Ab 25. Oktober. [ Web ]

 




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