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Buchtipps


5 Tipps von Jacqueline Kornmüller

Theater- und Filmregisseurin

Hertha KratzerJacqueline Kornmüller entwickelte Idee und Konzept für die Ganymed-Serie im Kunsthistorischen Museum. Im Jahr 2015 erschien ihr Buch „Museum der Träume“, wofür sie den Österreichischen Staatspreis für „Die schönsten Bücher Österreichs“ bekam. Im Juni 2017 brachte sie gemeinsam mit Peter Wolfs „Im Herzen der Demokratie" heraus, das Buch zum gleichnamigen Kunstprojekt: 35 KünstlerInnen beleuchteten im Oktober 2016 während der Veranstaltung „Offenes Parlament“ den Zustand der Demokratie. Für die StadtSpionin präsentiert Jacqueline Kornmüller ihre fünf Lieblingsbücher.


Yann Martel | Die hohen Berge gibt es nicht mehrYann Martel | „Die hohen Berge Portugals“
Jacqueline Kornmüller: "Schon das erste Buch von Yann Martel, Schiffbruch mit Tiger, hat mich elektrisiert; und auch die filmische Umsetzung des taiwanesischen Filmregisseurs Ang Lee fand ich selten gelungen. Umso gespannter war ich auf Martels nächsten Roman. In „Die hohen Berge Portugals“ schickte mich Martel mit dem jungen vom Leben betrogenen Rückwärtsgeher Tomas auf einen waghalsigen Trip, ich sprang auf und wankte mit ihm durch seine portugiesische Welt. Etwas ganz Einzigartiges und Unerwartetes empfing mich im dritten und letzten Kapitels: der Freundschaft von Bodo, dem Menschenaffen, der sein Leben in Versuchslabors zugebrachte und seinem Erlöser, einem Rentner. Sein letzter Arbeitsauftrag führt ihn in solch ein amerikanisches Labor, und Bodos Blick trifft ihn so mitten ins Herz, dass er nicht mehr anders kann als ihn zu kaufen, zu adoptieren und ihm seine Freundschaft anzutragen, und mit ihm nach Portugal zu reisen. Dieses letzte der drei Kapitel gehört für mich zum Besten was ich je gelesen habe.“
Verlagsinfo: Lissabon, Anfang des 20. Jahrhunderts: In einem sogenannten Automobil begibt sich der junge Tomás auf eine abenteuerliche Expedition in die Hohen Berge Portugals. Damit beginnt ein tragikomischer Roadtrip, der ein unvorhergesehenes Ende nehmen soll. Doch das ist erst der Anfang einer phantastischen Geschichte, die die Hohen Berge Portugals noch Jahrzehnte später umweht wie ein tragischer Zauber. In seinem neuen großen Roman verknüpft Yann Martel verschiedene Fäden eindrucksvoll zu einem literarischen Wunder: ein unglaubliches und doch absolut glaubhaftes Meisterwerk über das Leben, den Tod und die Liebe – voller Weisheit und Witz.
Verlag: Fischer

Die Vegetarierin Han Kang | „Die Vegetarierin“
Jacqueline Kornmüller: “ Als ich Han Kangs Vegetarierin zum ersten Mal las, wollte ich sofort Kontakt mit ihr aufnehmen. Wer war diese Frau, die am anderen Ende der Welt eine so einfache und klare Parabel über das Leben schrieb und über soziale Ausgrenzung in einer Weise sprach, die mich in Aufruhr versetzte? Nach ein paar Umwegen über den Verlag und einigen Telefonaten mit ihrer freundlichen Übersetzerin gelang es mir nachts um drei nach europäischer Zeitrechnung fragmentarische Mails hin und her zu schreiben. Nächte in denen ich herausfinden durfte unter welchen Umständen Han Kang in Süd-Korea Literatur produziert, wofür sie dort zu den SchriftstellerInnen zählt, die beschämender Weise auf einer schwarzen Liste stehen. Mail hin, Mail her, schließlich gelang es mir doch sie zu Ganymed Female einzuladen. Nach einer langen Bedenkzeit kam die erlösende Zusage.“
Verlagsinfo: Ein seltsam verstörendes, hypnotisierendes Buch über eine Frau, die laut ihrem Ehemann an Durchschnittlichkeit kaum zu übertreffen ist – bis sie eines Tages beschließt, kein Fleisch mehr zu essen. Die Vegetarierin ist eine kafkaeske Geschichte in drei Akten über Scham und Begierde, Macht und Obsession sowie unsere zum Scheitern verurteilten Versuche, den Anderen zu verstehen, der ja doch, wie man selbst, Gefangener im eigenen Leib ist.
Verlag: Aufbau


Andre Heller | Uhren gibt es nicht mehr André Heller |  „Uhren gibt es nicht mehr“
Jacqueline Kornmüller: „Die Ernte kommt halt am Ende der Saison. Wer kennt es nicht, den stillen Austausch mit unseren Alten, die letzten Fragen, die gestellt werden wollen. Für mich ist es ein zartes Buch über die letzten Geheimnisse: André Heller spricht mit seiner Mutter in ihrem 102. Lebensjahr. Hellsichtig und tiefgründig gleichermaßen. Immer wieder macht das Buch ganz still und plötzlich ist es dann so aberwitzig, dass man laut lacht. Auf die Frage als was Elisabeth Heller wiedergeboren werden möchte, antwortet sie: Als große Sommerwiese. Das ist doch das Erfreulichste, die Blüten, der Duft, die Insekten, die Gräser im Wind, und alle, die einem begegnen sind angenehm bereichert. Und auf die Replik von der Mutter als was ihr Sohn wiedergeboren sein möchte antwortet Heller: als Gewitter.“
Verlagsinfo:
Worauf kommt es an im Leben? 102 Jahre alt ist Elisabeth Heller, und langsam, so sagt sie in den Gesprächen, die sie mit ihrem Sohn André in den vergangenen Monaten geführt hat, geht es ans Verabschieden. „Innerlich sieht man sich noch jung und freut sich auf den nächsten Tag“, sagt die alte Dame, die geboren wurde, als der Erste Weltkrieg ausbrach, und die mit gerade 19 den Süßwarenfabrikanten Stephan Heller heiratete. Ein anderes Mal wünscht sie sich, „dass das Körperwerkl in Gottesnamen auslaufen soll“ und erzählt dann munter über einen Selbstmordversuch aus Liebe und über Lehár am Klavier in Bad Ischl. Ein kleines Buch von großer Weisheit, würdevoll, poetisch, komisch. Und das Dokument einer späten Liebe und großen Offenheit zwischen Mutter und Sohn.
Verlag: Hanser


Martin Pollack | Kontaminierte Landschaft Martin Pollack | „Kontaminierte Landschaften“
Jacqueline Kornmüller: „Mit Martin Pollack verbindet mich inzwischen eine Reise, die durch mehrere Arbeiten währt und immer wieder überrascht mich die Stringenz, Klugheit, und seine zutiefst humanistische Haltung. Einen wunderbaren Text hat er über seinen Großvater für uns geschrieben, der bei unserem Parlamentsprojekt Im Herzen der Demokratie im Untersuchungsausschuss von ihm selbst vorgetragen wurde. Dieser Text ist quasi die Vorgeschichte zu dem Roman Der Tote im Bunker. Jetzt hat er uns mit Kontaminierte Landschaft zutiefst inspiriert. Er entdeckt im eigenen Gemüsegarten beim Umgraben eine Gabel der Waffen SS und lenkt meinen Blick von der so scheinbar friedlichen Landschaft auf Massengräber in freier Natur - verstreut über ganz Europa. Die Landschaft ist kontaminiert durch das Unrecht, das in ihr passiert ist. Martin schaut hinein in die Wiesen, die Hügel, die Schluchten und die Flüsse und erinnert mich daran, nicht zu vergessen welches Unrecht sich darin verbirgt. Ein guter Ausgangspunkt für mein kommendes Projekt: Ganymed Nature.“
Verlagsinfo: An die offiziellen Opfer des 20. Jahrhunderts erinnern Mahnmale und Kriegerdenkmäler. Doch wo gedenken wir der Tausenden namenlos gewordenen, heimlich verscharrten Toten – Juden oder Roma, Antikommunisten oder Partisanen? Wie leben wir in Landschaften, die kontaminiert sind mit den unzähligen vertuschten Massakern Mitteleuropas – im burgenländischen Rechnitz genauso wie im slowenischen Kocevski Rog oder in Kurapaty bei Minsk? Martin Pollack geht es um das schonungslose, aber sorgsame Zeichnen einer anderen, wahrhaftigeren Landkarte unseres Kontinents. Einer Landkarte, in der Erinnerung und Verortung an die Stelle vergifteter Geheimnisse und anonymer Gräber treten.
Verlag: Residenz


Ein Gespräch mit Louise Bourgeois Donald Kuspit | „Ein Gespräch mit Louise Bourgeois“
Jacqueline Kornmüller: „Für mich das fundamentalste Gespräch über die Wahrhaftigkeit in der Kunst und ihren Schaffensprozess. Die genialste Künstlerin unserer Gegenwart erzählt von ihren Anfängen, und ihrer Maman. Eines der Bücher das ich nicht zum ersten und nicht zum letzten mal gelesen habe. Als Kind habe ich Bücher mit großem Vergnügen immer mal wieder gelesen, das hat sich bis heute nicht verändert.“
Verlagsinfo: Wie wird man (sehr) alt? Louise Bourgeois (1911-2010), die franko-amerikanische Bildhauerin, hat immer behauptet, das Rezept sei, Kunst zu machen und die eigene Vergangenheit mit, wenn nötig, drastischen Mitteln aufzuarbeiten. Sie selbst, die 98 Jahre alt geworden ist, hat es exemplarisch vorgelebt. Im Gespräch mit Donald Kuspit, dem (weltberühmten) amerikanischen Kunstkritiker, schildert Bourgeois - von ihrer Biografie ausgehend - anschaulich und präzise, wie ihr dies gelungen ist. Sie erzählt von ihrer als zwiespältig erfahrenen Jugend in Frankreich, der tief empfundenen Einsamkeit, dem Ringen um Anerkennung in den ersten Jahren in den USA und wie sich der Erfolg mit der Zeit dann doch noch einstellte. Ihr Gesprächspartner, seit Jahren mit der Künstlerin bekannt, war dank psychoanalytischer Schulung und großer Sensibilität der geeignete Lotse auf diesem - Ende der 1980er Jahre durchgeführten - Gesprächsgang mit ihr.
Verlag: Piet Meyer

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